Veröffentlicht am: 29th Juni, 2009
Der Indie-Horrorstreifen ‘Deadgirl’ aus dem Jahr 2008 wurde vor seiner Premiere als einer der kontroversesten Filme überhaupt proklamiert. Sicherlich handelt es sich hierbei nicht um den perfekten Film für das erste Date, doch ist ‘Deadgirl’ mehr Coming Of Age-Movie und Jugenddrama als furchteinflößend oder schockierend. Allerdings ist die Storyline im Ansatz doch ziemlich makaber… manch einer würde meinen pervers.
Rickie (Shiloh Fernandez) und sein bester Freund J.T. (Noah Segan) sind an ihrer Highschool wenig sozial akzeptiert und träumen von Mädchen, die sie niemals bekommen können. Eines Tages beschliessen sie den Sportuntericht zu schwänzen und verbringen ihren Nachmittag lieber in einer stillgelegten Nervenheilanstalt. Nach einer Bier-und-Randale-Session verlaufen sie sich im Gebäude und entdecken in einem ablegenen Raum eine nackte Frauenleiche (Jenny Spain). Kurz darauf stellen die Beiden fest, das die Frau nicht wirklich tot zu sein scheint. Allerdings kann sie auch nicht getötet werden. Hingegen Rickies Willen zur Polizei zu gehen, entschließt sich JT lieber dazu, die angekettete Zombiefrau als Sexobjekt zu behalten. Allerdings macht das Geheimnis der Sexsklavin schnell die Runde an der Highschool und immer mehr Teenager wollen an der Untoten ihre Lust befriedigen.
Das klingt natürlich erstmal total verrückt und abartig. Doch die beiden Co-Regisseure Marcel Sarmiento und Gadi Harel haben mit ‘Deadgirl’ etwas Neues geschaffen. Ein Drama um das Erwachsenwerden mit dazugehöriger Liebesstory, versetzt mit Horrorelementen die Goreeffekte nicht umgehen. Das ergibt etwas Einzigartiges, das zudem noch funktioniert und über weite Strecken überzeugen kann. Schliesslich braucht gerade das Horrorgenre dringend jede neue Idee.
Trotzdem werden die Meinungen weit auseinander driften. Natürlich kann man argumentieren, das der Film sich nicht entscheiden kann, was er sein möchte. Der Konflikt zwischen den beiden so unterschiedlichen Freunden, die typische Highschoolromanze und dann fehlen ja immer noch die Horrorelemente. Dies führt im Endeffekt dazu, das man hier keinen Schocker à la ‘Saw’ zu sehen bekommt. Dazu fließt einfach zu wenig Blut über den Bildschirm. Trotzdem vermag es der Film durch die schöne Kulisse (ich bin ja ein Fan von Nervenheilanstalten-Horror), das gute Schauspiel der jungen Akteure und der ungewöhnlichen Storyidee, zu fesseln und ein gewisses mulmiges Gefühl zu erzeugen.
Trotz des geschmacklos anmutenden Kontext bietet der Film mehr Tiefgang als er anfangs erwarten lässt. Sicherlich nicht Jedermanns Geschmack, doch für Fans des Genres lohnt der Griff zur DVD (aber nicht verwechseln mit dem Titel ‘The Dead Girl’). Geschrieben von Daniel Reich
| Filminformation | |
|---|---|
| Film: | Deadgirl |
| Regisseure: | Marcel Sarmiento Gadi Harel (co-director) |
| Autor: | Trent Haaga (writer) |
| Genre: | Horror |
| Lauflänge: | Canada:101 (Toronto International Film Festival) |
| Schauspieler: | Shiloh Fernandez, Noah Segan, Michael Bowen, Candice Accola, Andrew DiPalma … |
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