ANKÜNDIGUNG:   Besucht unser Filmforum für Diskussionen, neue Filmvorstellungen, Userreviews, Quizspiele und vieles mehr

The Wrestler

Veröffentlicht am: 8th August, 2009

Um es vornweg zu nehmen: Wer die bisherigen Filme von Darren Aronofsky kennt und schätzt wird von seinem letzten hochgespriesenen Drama um den Verfall eines abgehalfterten Profiwrestlers, möglichweise enttäuscht sein. Dies ist kein typischer Aronofsky-Streifen. Es gibt hier keine experimentelle Story wie in ‘The Fountain’ oder ‘Pi’ und auch keine optischen Highlights wie in dem schockierenden Drogendrama ‘Requiem For A Dream’. Was der Regisseur diesmal zeigt ist eine ruhige und intensive Charakterstudie, die durch den glänzend agierenden Hauptdarsteller Mickey Rourke zu einem echten Drama-Highlight avanciert. Wer sich also auf den neuen, erwachsenen Erzählstil Aronofskys einläßt, dem ist ein kleines Meisterwerk garantiert.

‘The Wrestler’ handelt von dem in die Jahre gekommen Profiwrestler Randy ‘The Ram’ Robinson (Mickey Rourke) , der noch in den Achtzigern der angesagteste Star im Wrestlingsport war. Nun ist sein Ruhm verblichen und Randy tritt nur noch bei kleinen Events vor wenigen Zuschauern auf und gefährdet seine Gesundheit durch die extremen Belastungen der Showkämpfe. Eines Tages führt dies dazu, das Randy nach einem Kampf in der Kabine zusammenbricht und einen Herzinfarkt erleidet. Die Ärzte raten dem Wrestler seinen Sport endlich aufzugeben, wenn er noch eine Weile leben möchte. Doch für Randy ist Wrestling das Einzige was ihm in seinem Leben bleibt und an glücklichere Tage erinnern lässt. Er lebt allein und verarmt in einem Trailerpark. Seine einzige Kontaktperson ist die Stripperin Cassidy (Marisa Tomei), in die er sich verliebt. Cassidy kann die Liebe aber nicht erwidern, da sie den Grundsatz verfolgt, nichts mit einem Kunden anzufangen. Auch versucht Randy Kontakt zu seiner Tochter Stephanie (Evan Rachel Wood) aufzubauen, die er ein Leben lang in Stich gelassen hat. Aber auch hier bleibt der gewünnschte Erfolg aus. Um seine Lebenskrise zu meistern, bleibt ‘The Ram’ wieder nur die Zuflucht im Wrestlingsport. Erneut steigt er in den Ring um in einem großen Kampf nochmal im Rampenlicht zu stehen zu können.

Der Film schafft es extrem intensiv auf den Zuschauer zu wirken. Die Person des Randy Robinson wird als einziger Handlungspunkt eingesetzt und die gesamte Story aus seiner Sicht erzählt. Man durchgeht sozusagen mit ihm seine Lebenskrise bis ins kleinste Detail und fühlt mit Randy mit. In jedem Augenblick wird deutlich gemacht wie sehr sich die Hauptfigur nach alten Zeiten sehnt und letztlich daran zerbricht. Mickey Rourke zeigt eine großartige schauspielerische Leistung in einer Rolle die, wie es scheint, in Ansätzen seine eigene widerzuspiegeln. Leider blieb ihm der Oscar dafür verwehrt. Auch Marissa Tomei unterstreicht mit ihrer Rolle die glänzenden schauspielerischen Leistungen in ‘The Wrestler’.

Darren Aronofsky meldet sich nach seinem experimentellen (und oft stark kritisierten) Film ‘The Fountain’ mit einer grundsoliden Charakterstudie zurück, die nicht auf Effekte, sondern auf große Emotionen setzt. Es gelingt ihm perfekt durch seine schnürkellose Machart und immer deutlich gezeigte Inszenierung des Verfalls eines Profisportlers ungekünstelt wirkende Gefühle zu zeigen. Dies wird unterstüzt durch die wunderbare Performance von Mickey Rourke, der hier die Rolle seines Lebens gefunden hat. Geschrieben von Daniel Reich

Fazit: Intensives und schnürkelloses Drama mit großen Emotionen und fantastischen schauspielerischen Leistungen




Filminformation
Film: The Wrestler
Regisseur: Darren Aronofsky
Premierendatum: 26 February 2009 (Germany) / Andere Länder
Genre: Drama | Sport
Ergänzender Untertitel: Love. Pain. Glory.
Lauflänge: 111
Auszeichnungen: Nominated for 2 Oscars. Another 30 wins&19 nominations
Schauspieler: Mickey Rourke, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood, Mark Margolis, Todd Barry


Sag deine Meinung!

  1. Matthias sagt:

    Hört sich ja klasse an! Bin schon lange gespannt auf den Film, werd ihn mir wohl bald endlich ansehen. :-)

  2. Daniel sagt:

    Ja es lohnt sich wirklich. Ruhiger aber doch bewegender Film. Kommt ja jetzt auf DVD.

  3. Flug sagt:

    habe mir den film gestern angesehen und war leider etwas enttäuscht. zwar ist an der schauspielerische leistung von Mickey Rourke
    nichts auszusetzen, jedoch hat sich mich auch nicht vom hocker. viel schlimmer finde ich jedoch die flache story vom gealterten wrestler, der sich nach seinem alten leben sehnt! das offene ende gibt der flachen story ein passendes ende…was wollte uns dieser film sagen???

  4. Daniel sagt:

    Naja Meinungen sind ja bekanntlich unterschiedlich. Ich glaube der Film will gar nicht Moralapostel spielen und dir irgendwas bedeutendes sagen. Vielmehr gibt er einen Einblick in eine gescheiterte Existenz. Das aber, meinen Erachtens, sehr intensiv. Das Ende ist keineswegs offen, auch wenn es nicht in Szene gesetzt wurde, weiß jeder was geschieht.

  5. Flug sagt:

    …wieso meinst du jeder weiß was passiert???
    …ich fand der sah da oben auf dem pfosten nach ganz fit aus ;-)

  6. Daniel sagt:

    Na siehst du, dann weißt du doch auch was passiert. Er gewinnt mit seinem waghalsigen Sprung vom Pfosten den Kampf, wird wieder ein gefeierter Star und all seine Probleme sind vergessen. Wie sollte ein Drama anders ausgehen? ;)

  7. Flug sagt:

    …wahrscheinlich hast du recht! und genau das ist es was mich stört ;-) leider nur ein weiterer film nach dem allzubekannten schema! die schauspieler hatten einfach viel mehr potenzial als die story!