Veröffentlicht am: 31st Mai, 2009
Die Ausgangssituation ist schon ungewöhnlich. Ein bedeutender Aktivist einer Gruppe von Todesstrafengegner landet selbst in der Todeszelle. Genauso konstruiert wirkt die gesamte Geschichte von Alan Parkers daramatischen Thrillers “Das Leben des David Gale”, der versucht sich mit dem Streitthema Todesstrafe auseinander zu setzen und gleichzeitig anhaltende Spannung abzuliefern. Dies gelingt allerdings nur bedingt, da der Tiefgang des Themas zumeist dem Spannungsaufbau weichen muss.
Der ehemalige Pilisophieprofessor David Gale (Kevin Spacey), sitzt im Todestrakt in einem texanischem Gefängnis. Er wird beschuldigt seine Kollegin und Freundin Constance Harraway (Laura Linney) vergewaltigt und ermordet zu haben. In nur vier Tagen soll seine Hinrichtung durch die Todesspritze erfolgen, als er sich entschließt sein erstes Interview zu geben. Er verlangt nach der jungen Journalistin Bitsey Bloom (Kate Winslet), der er in Rückblicken die seine tragische Geschichte erzählt.
Bitsey welche anfangs noch deutlich von Gales Schuld überzeugt ist, wird innerhalb des Interviews immer mehr zu Gales Marionette. Nach der Schilderung seiner kaputten Ehe, seiner Alkoholprobleme und der stetigen Beteuerung seiner Unschuld, ist die Reporterin letztlich von David Gales Unschuld fest überzeugt. In letzter Minute versucht sie, zusammen mit ihrem Praktikanten Zack (Gabriel Mann), ein Videoband zu finden, welches Gales Unschuld Beweisen soll. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Es scheint so als hat sich Regisseur Alan Parker (Die Asche meiner Mutter, Die Commitments), vorgenommen das Problem der Todesstrafe und die Verurteilung Unschuldiger als großen Diskussionsaufhänger zu nutzen. Dafür dringt der Film aber zu wenig in die Tiefe des Themas ein. Es bildet lediglich den Rahmen für eine packende Thrillerstory. Der Film kann somit nicht als etwaige Diskussionsgrundlage herangezogen werden, da er seine Ansätze mit dem überraschenden Twist am Ende auch noch über den Haufen wirft. Der überraschende Ausgang dient andererseits, dem stets spannungsgeladenen Film noch ein unerwartendes “Sahnehäubchen” zu verleihen. Zwar ist der Twist nicht wirklich nichts absolut neues, bildet aber einen gelungenen Abschluss, nachdem die letzte halbe Stunde zum beinahe actionlastigem Finale mutiert.
Kevin Spacey (Die üblichen Verdächtigen, American Beauty, Sieben), ist in seiner Rolle optimal besetzt und verkörpert wundervoll den gescheiterten, intelligenten Professor. Auch sein weiblicher Gegenpart Laura Linney (Congo, Die Truman Show) spielt ihre Rolle überzeugend. Kate Winslet (Vergiss Mein Nicht, Enigma) hingegen, bei vielen Filmfans schon seit “Titanic” ein großer Streitpunkt, wirkt wiedermal fehlbesetzt oder geht neben der Leistung von Kevin Spacey einfach unter.
Alan Parker hat einen Thriller geschaffen, der von der ersten Minute an fesselt und einen auch nicht mehr losläßt. Das schwere Hintergrundthema der Todesstrafe, wird nicht zu tief angegraben, aber auch nicht auf Pro und Contra reduziert. Dazu trägt schon das Ende bei, das einen den gesehenen Film nochmals in einem komplett anderen Licht erscheinen lässt. Somit ergibt sich ein von Anfang bis Ende intelligent durchkonstruierter Thriller, der den Zuschauer mit einigen Fragen zurücklässt. Geschrieben von Daniel Reich
| Filminformation | |
|---|---|
| Film: | The Life of David Gale |
| Regisseur: | Alan Parker |
| Premierendatum: | 13 March 2003 (Germany) / Andere Länder |
| Genre: | Drama | Crime | Thriller |
| Ergänzender Untertitel: | The crime is clear. The truth is not. |
| Lauflänge: | 130 |
| Auszeichnungen: | 2 nominations |
| Schauspieler: | Kate Winslet, Cleo King, Constance Jones, Kevin Spacey, Laura Linney … |
ich liebe diesen film! Kevin Spacey in einer seiner besten rollen. der film ist einfach nur packend von der ersten bis zur letzten minute!
die kontroversen der todesstrafe werden gut zum ausdruck gebracht und spätestens nach diesem film sollten sich länder wie usa und china fragen ob die todesstrafe wirklich der richtige weg ist!