Veröffentlicht am: 5th Juni, 2009
Hollywoods Horrorfilmproduktionen bieten in den letzten Jahren keine Innovationen so scheint es. Lieber konzentriert man sich einerseits auf das Neuverfilmen von alten Klassikern wie “Freitag, der 13.”, “Nightmare On Elm Street” oder “Texas Chainsaw Massacre”, oder man klaut frech die Stories aus dem aufstrebenden, ideenreichen asiatischen Kino (”The Ring”, “The Grudge”).
Zu letzterer Sparte gehört auch “Der Fluch der zwei Schwestern”, eine US-Neuauflage des südkoreanischen Filmes “A Tale Of Two Sisters”. War Kim Ji-Woons Machwerk allerdings noch ein sehr vielschichtiges Highlight, das aus der Masse der asiatischen Geisterfilmchen heraustrat, wird für die US-Kopie die Handlung soweit vereinfacht, das man ohne unaufgelöste Fragen im Kopf den Kinosaal verlassen kann.
Die Teenagerin Anna (Ema Browning), verbringt ihre Zeit in einer psychiatrischen Klinik, um dort den Tod ihrer schwerkranken Mutter (Maya Massar) zu verkraften. Als sie nun endlich zu ihrer Familie zurückkehren kann, erwartet sie dort gleich eine Überraschung. Ihr Vater (David Strathairn) lebt nun mit Rachel (Elizabeth Banks), der ehemaligen Pflegerin der toten Mutter, zusammen im Familienhaus. Als die labile Anna erneut von Geistererscheinungen geplagt wird, beginnt sie gemeinsam mit ihrer Schwester Alex (Arielle Kebbel) den Dingen auf den Grund zu gehen. Dabei kommt ihnen schnell der Verdacht, das die mysteriöse Rachel womöglich Schuld am Tod der Mutter ist. Vergeblich versuchen sie den Vater davon zu überzeugen, das seine neue Geliebte nicht die Person ist, die sie vorgibt. Allerdings ohne den erwünschten Erfolg.
Während im Original die bedrückende und angsteinflößende Stimmung des Films, sich noch langsam durch lange Kamerafahrten durch das düstere Familienheim aufbaut, setzt das Remake der Guard Brothers auf konventionelle Schockeffekte. Die elterliche Villa dient nicht mehr als gruseliges Element. Ebenso setzte Kim Ji-Woon den Schwerpunkt auf die verstördende Psyche seiner jungen Protagonistin, aus derer die unheimlichen Geistereffekte entsprangen. Dies ist zwar auch in der Kopie der Fall, nur wird kaum näher darauf eingegangen. Eher versteift man sich auf Tempo und Action, um so gut wie möglich einen vorhersehbaren Schockeffekt nach dem anderen einzubauen. Wo man sich bei “A Tale Of Two Sisters” noch wegen dem düsteren Verwirrspiel zwischen psychotischen Vorstellungen und Realität am Sessel festkrallte, bekommt man hier typische Genrekost vorgesetzt und man behält immer das Gefühl, alles schon einmal gesehen zu haben.
Für das Mainstream-Kino muss eine vielschichtige Story natürlich arg vereinfacht werden. Hier sogar soweit gehend, das der Zuschauer stets der Story im Halbschlaf noch folgen kann. Bis hin zum finalen Twist, der ebenfalls so abgewandelt und durch Rückblicke gänzlich erklärt wird, das auch der Dümmste im Kinosaal ja alles verstanden hat und glücklich nach Hause gehen kann.
Für Neulinge im Genre, ist dieses Remake allerdings immer noch ein gelungener Einstieg. Wer den endgültigen Twist noch nicht hervorahnt, wird überrascht sein. Und obwohl das Original in allen Belangen, sein Remake stets übertrifft, so hat auch dieses seine kleinen Sternstunden. Dazu gehört zum Beispiel die fantastische Besetzung von Elizabeth Banks, welche anfangs noch als extrem freundliche neue Schwiegermama auftritt und bald darauf mit ihren Blicken töten könnte. Auch Ema Browning und Arielle Kebbel liefern eine gute Darstellung ab, auch wenn sie von den Guard Brothers in die stereotypischen Rollen von schüchterner Schwester und draufgängerischer Schwester, regelrecht gepresst werden. Auch den Umgang mit Bildern verstehen die beiden regieführenden Brüder, wodurch der ein oder andere Schockeffekt schön inszeniert wird und teilweise auch recht gruselig daher kommt.
Somit bleibt “Der Fluch der zwei Schwestern” typische Gruselkost, die nur durch den finalen Twist bei einigen Zuschauern punkten wird. Wer sich allerdings mit der psychischen Ebene der Hauptfigur beschäftigen möchte und ein wirkliches Verwirrspiel zwischen Vorstellung und Realität eintauchen will, der greift zur DVD des Originalfilmes. Geschrieben von Daniel Reich
| Filminformation | |
|---|---|
| Film: | The Uninvited |
| Regisseure: | Charles Guard Thomas Guard |
| Premierendatum: | 28 May 2009 (Germany) / Andere Länder |
| Genre: | Drama | Horror | Mystery | Thriller |
| Ergänzender Untertitel: | Fear moves in |
| Lauflänge: | 87 |
| Schauspieler: | Emily Browning, Arielle Kebbel, David Strathairn, Elizabeth Banks, Maya Massar … |